Den Toten zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung – ein Gedenken des Landtagskandidaten der LINKEN für den Wahlkreis Lörrach, Joerg-Uwe Sanio, zum 9.11.1938

11. November 2020  Allgemein

Lörrach, jus.; Der 9. November ist nicht nur der Tag, an dem Deutschland vor mittlerweile 31 Jahren in einer beispiellosen friedlichen Revolution mit seiner Wiedervereinigung in die Geschichte eingegangen ist, sondern ist auch der Tag der Besinnung auf ein Ereignis, das gleichfalls auf diesem Tag sich in allen unseren Sinnen eingebrannt hat, zuerst als „Reichskristallnacht“, dann auf immer als „Reichspogromnacht“.

Der 9.11.1938 ist die Nacht, in der die die Synagogen brannten. Sie brannten in Baden, Württemberg und Hohenzollern, so wie im gesamten Deutschen Reich. Sie brannten in Österreich und in der Tschechoslowakei. Ein Tausende umfassender Mob, vom nationalsozialistischen Regime Adolf Hitlers organisiert und gelenkt, legte das Feuer in die Gotteshäuser, zertrümmerte Schaufenster, plünderte. Menschen, Mitmenschen wurden wegen ihres Glaubens gedemütigt, verhaftet und sogar ermordet, 400 waren es. Die Gewaltexzesse dauerten mehrere Tage lang an. Die Reichspogromnacht gilt als vorläufiger Höhepunkt der Judenverfolgung, die im millionenfachen Mord endete.

Die Bilder scheinen wieder auf, lebhafter, schreiender denn je, angesichts der Mordtaten von Halle, von Christchurch auf Neuseeland bis in eine Kirche in South Carolina, getragen von rechtsextremistischen Tätern, die sich, getragen von ihrer Ideologie, auf ein Neues zu Herren über Leben und Tod ernannten.

Die Bilder schreien auch wieder auf vor dem Hintergrund des Wahlgeschehens in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo die hasserfüllte Ideologie von Rechts bis Rechtsextrem sich Bahn bis in die Parlamente von Bundesstaaten brach, sogar eine Gouverneurin entführen und ermorden, „hinrichten“ wollte.

Und es sind schon wieder Menschen, die einmal wegen des als „unrichtig“ gewerteten Glaubens, aber auch ihrer politischen Ausrichtung von einem entfesselten Mob gedemütigt, festgesetzt und ermordet werden. Wieder, getragen von ihrer Ideologie, von selbsternannten Herren über Leben und Tod. Angefeuert von einem Noch-Präsidenten, getragen von zuletzt rund 70 Millionen frenetisch kreischenden Anhängern.

Sagt nicht, dass es in Deutschland doch nur noch 10 Prozent Anhänger dieser Ideologie des Rechts bis Rechtsradikal sei. Es fing derart auch 1933 an und endete im Blutbad des Zweiten Weltenbrandes bis am 8. Mai 1945.

Lassen wir es nicht erst zu einer erneuten Reichspogromnacht kommen, in der wieder Gotteshäuser von als nicht zu Deutschland gehörend gemeinten Religionen brennen, Schaufenster eingeschlagen und ein entfesselter Mob von Rechts bis Rechtsradikal wieder plündert – und mordet. Die Reichspogromnacht des 9. November 1938 sei uns Gedenken an die Toten. Und den Lebenden zur Mahnung, es nie wieder dazu kommen zu lassen.

v.i.S.P. Joerg-Uwe Sanio, Landtagskandidat für den Wahlkreis Lörrach und Sprecher DIE LINKE – Kreisverband Lörrach


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