LINKE kritisiert Entwicklung der Gemeinschaftsschulen

pressefoto(mdp) Mit großem Bedauern hat DIE LINKE Lörrach zur Kenntnis genommen, dass die derzeitigen Schüler der Klasse 7 – 9 die Albert-Schweitzer-Schule Lörrach verlassen müssen. „Mit einer solchen Entscheidung wird das Vertrauen in die Gemeinschaftsschule allgemein verspielt“, kritisiert Stadtrat Matteo Di Prima die Entscheidung der Schulleitung. Das sich nun der Unmut der Eltern und vieler Bürgerinnen und Bürger über diese Entwicklung auf das Gesamtkonzept der Gemeinschaftsschulen ausbreitet, hat seine Ursachen aber auch in der derzeitigen Politik der Landesregierung, meint Di Prima. Diese habe für einen Politikwechsel im Bereich Schulen und Bildung geworben und für einen integrativen und gemeinschaftlichen Unterricht an Gemeinschaftsschulen. Die Regierungsarbeit aber zeigt, dass es der Landesregierung vielmehr darum ging, etwa 12 000 Lehrerstellen bis 2020 zu streichen, Standorte zu zentralisieren, um in der Summe Kosten einzusparen. „Im Bereich der Bildung darf nicht gespart werden, sondern es muss zunehmend im Bereich von Bildungsgerechtigkeit investiert werden“, erklärt Di Prima. Die Gemeinschaftsschulen müssen garantieren, dass derzeitige Standorte erhalten bleiben dürfen und angemessene Übergangslösungen für derzeitige Klassen geschaffen werden. So hätten die Klassen 7 bis 9 die Schule beenden sollen dürfen, eine Umstellung erst für die Schüler ab Klasse 5 erfolgen sollen, meint Di Prima. Besonders wichtig ist Di Prima hierbei ein sozialer Ausgleich im Bereich der Bildung: „Es bedarf deutlich besserer Förderprogramme für Kinder aus einkommensschwachen Familien. Baden-Württemberg ist das Bundesland, in dem die soziale Herkunft den größten Einfluss auf den Bildungserfolg der Schüler hat. Die Chancen von Akademikerkindern das Gymnasium zu besuchen, sind gegenüber gleich intelligenten Facharbeiterkindern in Baden-Württemberg 6,6 mal so hoch. Der bundesdeutsche Durchschnitt liegt dagegen bei 4,5“, erklärt Di Prima unter Bezugnahme auf Datenerhebungen des Landesamtes für politische Bildung Baden-Württemberg. „Das hat sich mit Grün-Rot überhaupt nicht verbessert. Dies hätte aber im Bereich der Gemeinschaftsschulen auch in Angriff genommen werden sollen “, kritisiert Di Prima schließlich die derzeitige Schulpolitik. Di Prima sei ebenfalls ein Freund der Gemeinschaftsschule, die ein gemeinsames Lernen mit neigungsbezogener Schwerpunktsetzung ermöglichen soll. „Durch eine Gemeinschaftsschule soll im gemeinsamen Miteinander, unabhängig vom sozialen und wirtschaftlichen Status voneinander gelernt werden, dabei aber trotzdem auf individuelle Fähigkeiten des Einzelnen eingegangen werden können. So kann jedes Kind den für sich bestmöglichen Abschluss ablegen und wird hierdurch in seiner Persönlichkeitsentwicklung gestärkt“. Das kann aber nur funktionieren, wenn Übergangslösungen besser ausgestaltet werden und deutlich mehr Lehrer eingestellt werden, um den neuen Aufgaben gerecht werden zu können.


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