Mindestlohn im SAK? Das muss drin sein!

pressefoto(mdp) DIE LINKE Lörrach begrüßt den Mindestlohn auch für die sozialen Berufe beim SAK. Die Aufregung darum, dass die Sozialwirtschaft hierunter leide, wird seitens der LINKEN nicht geteilt. Hierzu erklärt der Lörracher Stadtrat der Linken, Matteo Di Prima: „Ich kann die Sorgen ja verstehen, das SAK arbeitet schließlich nicht gewinnorientiert. Was hier aber verkannt wird ist, dass durch den Mindestlohn, möge er auch noch so löchrig sein, die Einkommen derjenigen in Lörrach steigen, die bisher unter der 8,50 Euro Grenze gelegen haben. Somit wird auch für den Lörracher Haushalt der Anteil an der Einkommenssteuer steigen. Diese öffentlichen Gelder kommen dann wiederum der durch städtische Zuschüsse geförderten Sozialwirtschaft zugute. Insofern sollten wir den Teufel nicht an die Wand malen“, erklärt Di Prima schließlich. Di Prima warnt davor, jetzt mit den Wegfall der Praktika und Stellen für Langzeitarbeitslose zu argumentieren. Das ist ein fataler Fehler für die sozialen Berufe und für die Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt. Die Übergangszeit müsse durch die öffentliche Hand finanziert werden. Aufgrund der eben erwähnten Steigerung des Anteils an der Einkommenssteuer wäre dies auch eine überschaubare Finanzierung, bis sich die Marktmechanismen entsprechend einpendeln. Für wesentlich problematischer hält Di Prima aber die vielen Ausnahmen beim Mindestlohn. „Seit der Agenda 2010 und der Einführung von Hartz 4 hat die Bundesrepublik den größten Niedriglohnsektor in der EU organisiert, Menschen zu billigen Arbeitskräften gemacht und schlecht bezahlte Arbeit durch Sanktionen im Arbeitslosenrecht erpressbar gemacht. Ich finde es daher unerträglich, dass die jetzige Bundesregierung von CDU und SPD vor allem bei denjenigen Ausnahmen vorgesehen hat, für die ein Mindestlohn bittere Notwendigkeit gewesen wäre, also vor allem bei den Langzeitarbeitslosen“, kritisiert Di Prima die Entwicklung des Mindestlohnes. „Gerade die sozialen Berufe müssen wir aufwerten! Wenigstens 8,50 Euro müssen drin sein!“, erklärt Di Prima schließlich.


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