DIE LINKE – Pressemitteilung zum Interview Armin Schuster MdB Wochenblatt 19.Sept. 2018

25. September 2018  Meldungen, Pressemitteilungen

DIE LINKE zeigt sich konsterniert über die Aussage Schusters, DIE LINKE und die GRÜNEN hätten unglaubliche Unwahrheiten in „menschlich widerlicher“ Weise über Maaßen verbreitet.

Lieber Herr Schuster,

wir unterstellen, es war Ihr aus der Entfernung Ihres Sitzplatzes im Parlament zu den geheimnisumwitterten Hallen des Verfassungsschutzes verstellter Sichtwinkel, der Sie zu dem kleinen, aber feinen, „Alternative Fakten“ zelebrierenden Häuflein Andersgläubiger in der Causa Maaßen gestellt hat. Was übrig bleibt nach Abzug der Partei AfD und ihren Abgeordneten im Bundestag.

Wie Sie jedoch dazu kommen, dass „Linke und Grüne unglaubliche Unwahrheiten über Herrn Maaßen verbreitet“ hätten, ist nicht nachvollziehbar. Nicht nur, dass gerade dazu weder „Alternative Fakten“ vorliegen, es liegen überhaupt keine gar populistisch begründbaren Fakten vor!

Die Causa Maaßen, der Fall des bisherigen Präsidenten des Verfassungsschutzes unserer Republik, der das Vertrauen in seiner Loyalität der Regierung und der Verfassung gegenüber grob fahrlässig verletzt hat, indem er wegen der Vorkommnisse in Chemnitz, in einem Interview mit der BILD, der Kanzlerin und damit der Regierung widersprach und in den Rücken fiel. Er hat, das sei nicht unterschlagen, damit auch sein eigenes Haus, als auch Ihre eigenen, sehr geschätzten Kollegen von der Generalstaatsanwaltschaft Sachsen, samt den übrigen uniformierten, als auch zivilen Kollegen in Chemnitz und Dresden denunziert, die, nach obliegend gewissenhafter Überprüfung, nie Zweifel an der Echtheit der vorgelegten Sachbeweise für jetzt immerhin über 160 strafrechtliche Ermittlungsverfahren hatten.

Nicht nur damit, dass er mit persönlichen Mutmaßungen die Jagd eines rechten Mobs auf Ausländer in Chemnitz, zu einer Zeit, in der die politische Lage sehr angeheizt ist, die Echtheit eines dokumentarischen Videos ohne Belege dafür zu haben, bis heute anzweifelt, damit sich in die Politik eingemischt, seine Pflichten als Beamter grob verletzt und mit seiner Handlung dem rechten Spektrum indirekt geholfen hat. Zumal er die AfD beraten haben soll, wie diese Partei der Beobachtung durch den VS entgehen kann. Strafrechtlich relevant, denn es handelt sich um Verletzung des Dienstgeheimnisses, wenn nicht sogar Geheimnisverrat. Nicht mit „handwerklichem Ungeschick“ zu entschuldigen!

Für diese inakzeptablen Verfehlungen haben, allen voran übrigens der Koalitionspartner SPD, sowie die Oppositionsparteien DIE LINKE und die GRÜNEN mit Ausnahme der AfD, die vom Eklat politisch profitiert, und der in Verblüffung sich vorerst enthaltenen FDP, in aller sachlichen Gefasstheit seine Entlassung verlangt.

Empörend nach außen unverständlich verweigerte Horst Seehofer als Bundesinnenminister, dem der VS unterstellt ist, die pflichtschuldigst geforderte Entlassung Maaßens. Aber auch nach dessen Anhörung vor dem zuständigen Ausschuss verweigerte Horst Seehofer weiterhin die Entlassung seines Untergebenen. Im Gegenteil, er stärkte ihm in fast parteilich peinlicher Einvernahme den Rücken. Was ihn per se ebenfalls in den Fokus der Causa Maaßen rückte. Eine Einflussnahme in die Landtagswahlen in Bayern musste nicht erst geäußert werden, die hat der schon vorher mit der Republik und sich selber grantelnd hadernde Seehofer schon selber geschafft.

Nach den sehr kontroversen Diskussionen zwischen der Kanzlerin, Bundesinnenminister und CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer und Andrea Nahles, als Vorsitzende des Koalitionspartners SPD, wurde in höchst verstörender Weise dem Kompromiss zugestimmt, Maaßen von seinem Amt des VS-Präsidenten zu entheben und ihm für seine Illoyalität und Verletzung seiner Beamtenpflichten gegenüber der Verfassung und seines Amtes, mit dem Posten eines Staatssekretärs im Bundesinnenministerium mit einer erheblichen Besoldungserhöhung zu belohnen.

Seitdem hat das neudeutsche Wort vom „maaßregeln“ uns Bürgern gegenüber mit der neuen Schreibweise zum alten eine ebenfalls neue Bedeutung bekommen: „Beamte im Höheren Dienst mit schwersten Vergehen wie Volksverhetzungen, Lügen und Geheimnisverrat werden unter Aufwertung der Besoldung in noch höhere Ämter befördert“!

Menschlich widerlich“ oder gar „unglaublich unwahr“ insbesondere gegenüber dem Grund des Übels ist an dieser sachlich nüchternen, fast schon sarkastischen Feststellung nichts.

Menschlich widerlich“ wäre von Ihnen anzumerken gewesen die Art und Weise, wie der seine Pflicht bisher in sogar seinem jetzt gewesenen Vorgesetzten Seehofer anerkannt ausfüllende Innenstaatssekretär Gunther Adler seinen Platz dem Unverdienten zu räumen hatte!

V.i.S.P Joerg-Uwe Sanio für DIE LINKE – Kreisverband Lörrach


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