Badische Zeitung: David Trunz tritt für die Linke zur Bundestagswahl an

13. Januar 2017  Bundestagswahl 2017, Presseecho

David Trunz tritt für die Linke zur Bundestagswahl an – 30-jähriger Biologiestudent aus Weil am Rhein will im Wahlkreis Lörrach-Müllheim vor allem mit sozialen Themen punkten.

LÖRRACH. David Trunz tritt bei der Bundestagswahl im September für die Linke im Wahlkreis Lörrach-Müllheim als Direktkandidat an. Die 24 zur Wahlkreisversammlung der Kreisverbände Lörrach und Müllheim im Lörracher „Nellie Nashorn“ anwesenden stimmberechtigten Mitglieder haben den 30-jährigen Biologiestudenten aus Weil am Rhein mit mehr als 90 Prozent der Stimmen für die Wahl nominiert. Neben dem Thema soziale Gerechtigkeit will Trunz im Wahlkampf nicht zuletzt auch mit Themen der europäischen Integration und Solidarität punkten.

Der ausgebildete Bürokaufmann, der 2013 am Abendgymnasium in Weil am Rhein sein Abitur gemacht hat und inzwischen an der Universität Basel Biologie studiert, ist erst vor einem Jahr in die Linke eingetreten. Er wolle gegen Missstände ankämpfen und für soziale Gerechtigkeit streiten, sagte Trunz in seiner Bewerbungsrede. So bezeichnete er Minijobs, Leiharbeit und Hartz IV als die Geißeln der Zeit. „Ich möchte als David gegen die Goliaths antreten, um einen Beitrag zu leisten, Menschen von diesen Geißeln zu befreien“, sagte David Trunz. Besonders scharf griff er die AfD an. „Eine Partei, die rasseideologische Ressentiments schürt und offen gegen Migranten, Geflüchtete und Muslime hetzt, eine solche Partei darf in Deutschland nie wieder politische Bedeutung erlangen“, forderte er. Zudem kritisierte er auch die wirtschaftspolitischen Vorstellungen der AfD und plädierte für eine „sozial gerechte Umverteilung von oben nach unten“, unter anderem durch eine Vermögenssteuer.

Aber auch den SPD-Vorsitzenden und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel kritisierte der Direktkandidat scharf. Nicht nur aufgrund des Vorstoßes im Ausland lebenden Kindern von Migranten weniger Kindergeld zu zahlen, sondern auch wegen der Genehmigung für Waffenexporte nach Saudi-Arabien. Das Verbot von Waffenexporten müsse eine „rote Haltelinie“ bleiben. Allerdings hat auch Trunz noch Vorbilder in der SPD – zumindest in dem eines Willy Brandt (SPD). Denn ganz in dessen Sinn müsse Krieg stets die „ultima irratio“ bleiben. Gegenüber Russland brauche es des Weiteren eine neue Ostentspannungspolitik statt weiterer Sanktionen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warf er vor, die Europäische Union und Integration nachhaltig zu zerstören. Unter anderem die mangelnde Solidarität Merkels mit den südeuropäischen Staaten habe zu einer „Zerrüttung der europäischen Idee geführt“, so Trunz. So plädiere die Linke für einen Neustart der EU mit einer Sozial- und Finanzunion sowie einem Abbau des Militarismus. „Wer Europa will, wer sich als Europäer sieht, wer die europäische Integration will, der muss im Herbst diesen Jahres die Linke wählen“, sagte er. Den sich anschließenden Wahlgang konnte er mit 22 Ja- und zwei Neinstimmen klar für sich entscheiden. Auf die Frage was er mache, wenn er den Wahlkreis nicht gewinne, antwortete Trunz mit einer Fußballmetapher: „Wenn wir schon nicht gewinnen, zertreten wir ihnen wenigstens den Rasen“.

Zudem wählten die 18 Mitglieder des Kreisverbands Lörrach vier Delegierte für den Listenparteitag in Stuttgart. Das sind Jacqueline Simmert, Nadine Pittorf, Lars Dietrich und David Trunz.


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