Klinikstandorte erhalten

Alex_KrausLörrach. (mdp) DIE LINKE in Lörrach favorisiert bei der Frage der Klinikstandorte eine gemischte Lösung aus fachlicher Zentralisierung und struktureller Erhaltung der bisherigen Standorte.

„Die Standorte als solche sollen erhalten bleiben, um vor allem den Bürgerinnen und Bürgern aus dem Kleinen Wiesental einen unkomplizierten und wohnungsnahen Klinikbesuch ermöglichen zu können“, erklärt das Ortsvorstandsmitglied der Linken in Schopfheim/Kleines Wiesental, Alexander Kraus. „Wir müssen darauf achten, dass alle Menschen im Landkreis Lörrach die Möglichkeit haben, einen Klinikstandort möglichst schnell und ohne finanzielle Probleme erreichen zu können. Würden wir die Kliniken etwa ausschließlich in Lörrach zentralisieren, würde das vor allem für Menschen mit geringem Einkommen, die oftmals über keinen privaten Pkw oder über ausreichende Mittel für den ÖPNV verfügen, eine nicht hinzunehmende soziale Ausgrenzung bedeuten“, erklärt Kraus.

10502119_877863985560642_6270804988967186724_n„Die Kliniken müssen ein Garant der öffentlichen Daseinsfürsorge sein und nicht nur betriebswirtschaftlichen Rechenspielen dienen, die einen besseren cash-flow ermöglichen sollen“, erklärt etwa der Kreisgeschäftsführer der LINKEN, Manfred Jannikoy. „Wir sind der Auffassung, dass eine ausschließliche Zentralisierung in Lörrach zu einer schlechteren Grundversorgung im gesamten Landkreis führen würde. Dennoch muss man konstatieren, dass der bisherige Zustand chaotisch und somit insgesamt reformbedürftig ist“, sagte Jannikoy.

1400735_375214939283096_1818655228_o-1Unabhängig davon, ob es zu einer Zentralisierung in Lörrach kommen sollte, oder alle drei Standorte erhalten bleiben, muss endlich das Personal deutlich aufgestockt werden, meint indes Stadtrat Di Prima. „Bereits während der Grippewelle waren die Kliniken und vor allem das Pflegepersonal am Anschlag. Wir sollten die Neuausrichtung der Kliniken vor allem dafür nutzen, um die kreiseigene Leiharbeitsfirma Datamed endlich aufzulösen. Ich bin es leid, dass Menschen jahrelang für einen niedrigeren Lohn die gleiche Arbeit verrichten, wie Tarifbeschäftigte. Das muss endlich aufhören. Wer eine gleichwertige Arbeit verrichtet, muss einen gleichwertigen Lohn erhalten. Ich finde, wenigstens das muss drin sein“, kritisiert Di Prima die Praxis der Kliniken. Als beinahe zynisch empfindet Di Prima vor allem die Aussage des Klinik-Geschäftsführers, dass unter bisherigen Bedingungen eine Fortschreitung von positiven Zahlen unmöglich und man es den 1450 Mitarbeitern schuldig sei. In Anbetracht dessen, dass ein Großteil der positiven Zahlen erwirtschaftet wurde, weil gerade bei den Mitarbeitern immer mehr auf Leiharbeit durch die kreiseigene Datamed gesetzt werde, grenzt diese Aussage an eine bodenlose Frechheit den Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern gegenüber.

Klar ist für DIE LINKE, dass der Klinikstandort in Lörrach erhalten bleiben muss, ist Lörrach doch die große Kreisstadt. Daher spricht sich die Partei für einen grundsätzlichen Erhalt aller drei Standorte in Lörrach, Schopfheim und Rheinfelden aus. Es muss allerdings geprüft werden, ob einzelne Fachabteilungen an einem Klinikstandort zentralisiert werden können, um zum einen eine gezielte Spezialisierung zu erwirken und damit medizinische Prozesse zu optimieren, zum anderen, um die anderen Standorte zu entlasten. Nach Auffassung der LINKEN würde dies auch zu einer besseren interdisziplinären Zusammenarbeit der einzelnen Klinikstandorte beitragen. Wichtig sei aber, dass vor allem die Intensivmedizin an jedem Standort erhalten bleiben muss. Im Übrigen wären ein grundsätzlicher Erhalt und eine fachbezogene Zentralisierung die beste und auch kostengünstige Variante für den Landkreis, meint der Betriebswirt und Ortsvorstandsmitglied in Schopfheim Alexander Kraus: „Eine Strukturoptimierung an allen drei Standorten ergibt den veröffentlichten Zahlen entsprechend einen geschätzten Investitionsbedarf von etwa 89,5 Mio. Euro. Eine Aufgabe der Klinikstandorte in Schopfheim und in Rheinfelden und Zusammenlegung in Lörrach würde etwa 88,9 Mio. Euro kosten. Damit wäre zwar die Zusammenlegung um 600.000 Euro günstiger, würde aber dazu führen, dass Rheinfelden und Schopfheim über keine Krankenhäuser mehr verfügen würden. Ich finde, 600.000 Euro muss es uns wert sein, auch in Rheinfelden und in Schopfheim ein Krankenhaus aufsuchen zu können“, erklärt Alexander Kraus schließlich.


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*