Chancen der Nachverdichtung nutzen

pressefoto(mdp) DIE LINKE setzt sich für eine stärkere Nachverdichtung am „Leuselhardt“ ein.

Der am Donnerstag zu verhandelnden Beschlussvorlage zum Bebauungsplan „Am Leuselhardt“ wird unser Lörracher Stadtrat, Matteo Di Prima, nicht zustimmen. Di Prima hat bereits einen eigenen Änderungsantrag bei der Verwaltung eingebracht, den er am Donnerstag im Gemeinderat zur Abstimmung bringen möchte.

Der derzeitige Entwurf setzt auf eine aufgelockerte Nachverdichtung in einem Baugebiet, welches über große unbebaute Flächen verfügt. Begründet wird dies von der Verwaltung damit, dass der Leuselhardt seit jeher aufgelockert bebaut worden sei und dieser Umstand auch künftig erhalten bleiben soll. Eine stärkere Nachverdichtung würde dem Charakter des bisher begrünten Gebietes nicht gerecht werden. DIE LINKE Lörrach ist hier anderer Auffassung. Stadtrat Di Prima setzt sich dafür ein, alle Lörracher Stadtteile und Baugebiete in die Pflicht für eine Nachverdichtung zu nehmen. „Hierzu gehört nun einmal auch der „Leuselhardt“. Privilegierte Statteile darf es bei der Frage der Nachverdichtung nicht geben“, erklärte Di Prima. Nach der jetzigen Beschlussvorlage sollen zu erwerbende Bauplätze künftig eine Mindestgröße von 500 m² haben. Multipliziert man dies mit den amtlichen Bodenrichtwerten von 500 €/m², muss ein Käufer hier allein für den Bauplatz 250.000 Euro bezahlen. Bei einem dann noch zu errichtenden Bauwerk dürften die Gesamtkosten im Bereich von mindestens 500.000-600.000 Euro liegen. „Dies entspricht definitiv nicht den Erwerbspreisen, die sich junge Familien und Otto-Normal-Verbraucher leisten können“, kritisiert Di Prima den derzeitigen Entwurf. „Am Ende würde der Leuselhardt weiterhin zu einem VIP-Bereich der Lörracher upper class werden“.  Diese Entwicklung ist bereits jetzt zu sehen, kann aber durch niedrigere Mindestgrößen, die im Ergebnis zu einem niedrigeren Preis pro Bauplatz führen, entgegengewirkt werden. Di Prima schlägt daher eine Mindestbaufläche von 300 m², statt 500 m² vor. Dies bedeute Kosten von 150.000 Euro für einen Bauplatz, statt nach derzeitigem Entwurf 250.000 Euro. Ferner bedeute dies eine größere Chance für mittelständische Familien auf dem Leuselhardt Fuß fassen zu können. Um eine stärkere Nachverdichtung zu ermöglichen, schlägt Di Prima weiter vor, die Abstandsflächen zwischen Hauptgebäuden und seitlichen und rückwärtigen Grundstücksgrenzen auf 3 m statt derzeit 4,5 m zu reduzieren, die Abstandsflächen zwischen den Hauptgebäuden auf benachbarten Grundstücken auf 6 m statt derzeit 9 m zu reduzieren.

Im letzteren Punkt zeigt Di Prima sich aber auch kompromissbereit und erklärt: „Sollten die Verwaltung und der Oberbürgermeister sowie die Fraktionen des Gemeinderates bei den Grenzabstandsflächen anderer Meinung sein und eine aufgelockerte Verdichtung bevorzugen, bin ich bereit von meiner ursprünglichen Initiative geringerer Grenzabstandsflächen zurückzutreten. Allerdings müsste dann gewährleistet werden, dass die Mindestbaugrößen deutlich reduziert werden, um Kaufpreise zu ermöglichen, die sich auch junge Familien leisten können. Für einen solchen Kompromiss wäre ich dann auch zu begeistern“, erklärt Di Prima schließlich.


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