DIE LINKE setzt auf Ausbau städtischer Wohnungen

pressefotoDer Vorschlag von Wohnbau-Geschäftsführer Nostadt zum Ausbau und Erweiterung des Salzert als neues Wohnquartier wird von der Lörracher LINKEN begrüßt.
„Dem Engpass am Lörracher Wohnungsmarkt ist nicht durch Sparpolitik, sondern durch langfristige Investitionspolitik in städtisches Eigentum entgegenzuwirken“, erklärt Stadtrat Matteo Di Prima. Insoweit sei das Plädoyer von Thomas Nostadt, neue Stadtteile zu entwickeln oder bestehende Stadtteile zu erweitern, absolut zutreffend. „Um die Lage am Lörracher Wohnungsmarkt zu entschärfen, brauchen wir dringend mehr städtische Wohnungen. Das führt zum einen dazu, dass überhaupt erst einmal ein Bedarf von derzeit 3000 fehlenden Wohnungen gedeckt werden könnte. Es hat aber vor allem für die Preisbildung eine entscheidende Bedeutung. Denn je höher die Nachfrage ist, desto höher sind auch die Preise. Schaffen wir es, die Angebotsseite durch mehr Wohnraum zu erhöhen, sinkt folglich auch der Durchschnittspreis auf dem Lörracher Wohnungsmarkt, da dann die Angebots- und Nachfrageseite wieder ins Gleichgewicht gebracht werden könnten. Das ist vor allem im Hinblick auf die drohenden Verdrängungseffekte sozial schwacher Marktteilnehmer wichtig. Lörrach ist mit 33 % aller Bedarfsgemeinschaften im Kreis die Stadt mit der höheren Anzahl an Hartz 4-Haushalten. Der Ausbau städtischer sozialer Wohnungen ist daher vor allem auch eine Frage des sozialen Friedens in Lörrach. Anderenfalls produzieren wir ein Wohnklima der Besserverdienenden und eine Ausgrenzung der wirtschaftlich Schwächeren in unserer Gesellschaft“, erklärt Stadtrat Matteo Di Prima.

Thomas Nostadt mache zudem deutlich, dass es der Wohnbau deutlich schwerer falle, im Wettbewerb um knappe Baulandreserven mithalten zu können, insbesondere habe die Wohnbau gegen private Investoren einen schweren Stand. Matteo Di Prima hält dies für das Resultat einer fehlgeleiteten Wohnmarktpolitik der letzten 20 Jahre. So wurden vor allem Ende der 90er Jahre städtische Flächen und Wohnungen zunehmend an private Investoren verkauft, um kurzfristige Haushaltssanierungen zu finanzieren. „Die Quittung haben wir nun, in dem die städtische Wohnbau immer mehr am Markteinfluss verliert. Denn ein zunehmender Verkauf städtischen Eigentums ist auch immer ein Stück weit ein zunehmender Verkauf demokratischer Kontrolle am Wohnungsmarkt“, so Di Prima. Das betrifft am Ende auch die Frage nach einer gerechteren Verteilung des Lörracher Marktes. „In Zukunft wird es daher notwendig sein, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten vorwiegend städtische Bauvorhaben zu verwirklichen, die nicht ausschließlich Verkaufs- sondern vor allem Vermietungsgeschäfte zum Inhalt haben. Das kann freilich durch einen Eigenbau oder aber bei knappen finanziellen Mitteln durch die Übernahme von Hausverwaltungsgeschäften derzeit leer stehender privater Wohnungen realisiert werden“, erklärt Di Prima schließlich.


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