Über den Tellerrand geschaut …

DIE LINKE steht zu fortschrittlicher Asylpolitik

Am Sonntagnachmittag haben sich viele besorgte Brombacher Bürger unter dem Motto: „Brombach brodelt“ vor der Metzgerei Hug versammelt, um ihre Bedenken zu äußern bezüglich des geplanten Baus des Asylwohnheims. Auch am Abend gab es eine Veranstaltung der „Bürgerinitiative Brombach“ in der Hofmattstraße. DIE LINKE Lörrach war bei beiden Veranstaltungen dabei um deutlich zu machen, dass sie sich für den Bau des Asylheims ausspricht und für humane Unterbringung eintritt. Vertreten war DIE LINKE heute durch den neu gewählten Stadtrat Matteo Di Prima und den Vorstandsmitgliedern Regina Dombos, Manfred Jannikoy und Tom Grein. An der öffentlichen Veranstaltung vom Nachmittag haben auch die drei OB-Kandidaten Klaus Springer, Jörg Lutz (2009 ausgezeichnet mit der Theodor-Heuss-Medaille für vorbildlichen Bürgerdialog) sowie Bürgermeister Michael Wilke teilgenommen, konnten aber offensichtlich die teils aufgebrachte Öffentlichkeit nicht ausreichend informieren.


DIE LINKE unterhielt sich heute mit einigen der besorgten Brombachern. Hierbei fiel auf, dass die Empörung der Bürger nachvollziehbar ist, vor allem in Betracht der mangelhaften Informationsarbeit seitens des Landratsamtes und der Stadtverwaltung. DIE LINKE Lörrach hat bei den Gesprächen mit den Bürgern deutlich gemacht, dass sie sich für eine Willkommenskultur ausspricht und es begrüßen würde, wenn sich in Brombach, wie in Rheinfelden, viele Menschen zu einem Freundeskreis Asyl zusammenschließen würden, um den Menschen, die da kommen werden, Hilfe und Assistenz bei der Bewältigung ihrer Alltagssorgen und Nöten zu bieten. „Statt ein stures Nein zu vertreten, könnte die Energie der besorgten Bürger dafür genutzt werden, um positiv auf den Neubau einwirken zu können, z.B durch Forderungen für mehr Sozialarbeit und einer guten Betreuung der Asylbewerber“, spricht sich Matteo Di Prima für den Bau des Asylheims im Gespräch mit einem Bürger aus.
„Das Ganze kann nur funktionieren, wenn wir eine nachhaltige Integrationsarbeit leisten“, erklärt Tom Grein im Gespräch mit einer Bürgerin. Die LINKE fordert hierbei insbesondere vom Landratsamt, ausreichende Deutschkurse für die künftigen Asylheimbewohner zur Verfügung zu stellen. Entscheidend ist vor allem auch eine gut ausgebaute Sozialarbeit im Asylheim, damit Probleme erst gar nicht entstehen können. „Die uns bekannten Probleme im Asylheim Rheinfelden zeigen nämlich deutlich, dass ein größeres Asylheim sich nicht selbst verwaltet. In Rheinfelden sind nur drei Sozialarbeiter für knapp 400 Asylbewerber tätig. In Lörrach dürfen wir diesen Fehler nicht wiederholen. Das Landratsamt muss hier eine bessere Infrastruktur im personellen Bereich schaffen“, erklärt Tom Grein (Sprecher des Kreisvorstandes).

Von besonderer Bedeutung sei hierbei auch die kategorische Erteilung von Arbeitserlaubnissen nach 9 Monaten für die Asylbewerber. Nur mit einer solchen Politik kann man nachhaltige Integrationsprozesse in Gang setzen. DIE LINKE machte deutlich, dass die befürchteten Probleme nicht beim Bau eines Asylheims selbst liegen, sondern bei schlechter Verwaltung. Eine nicht zu vernachlässigende Gefahr besteht darin, dass rechte Populisten die Sorgen der Bürger für ihre Zwecke ausnutzen. Diese Gefahr wurde vor allem bei der Veranstaltung am Abend in der Hofmattstraße spürbar. Einige der Initiatoren der Bürgerinitiative haben ihre Position gegen ein Asylwohnheim begründet, ließen aber bedauerlicherweise kein Raum für Gegenmeinungen. So wurde insbesondere der langjährige Heimleiter des Asylheims Rheinfelden, Dietmar Popken (Freundeskreis Asyl Rheinfelden), bei seiner Rede unterbrochen und das Wort einer Initiatorin übergeben. Auch Gegenstimmen aus dem Publikum wurden teilweise nicht zugelassen und unter Hinweis auf das Hausrecht von Frau Schneider abgeblockt. Diese Entwicklung beweist umso mehr, dass wir uns um eine möglichst sachliche Diskussion bemühen müssen, um rechte Ressentiments zu vermeiden.

Ein Beitrag der Lörracher Mitglieder des Kreisvorstands der LINKEN und von Matteo di Prima.


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