DIE LINKE begrüßt das Bauvorhaben von Asylbewerberheimen in Lörrach

pressefotoNach aktuellen Presseberichten, sollen in Lörrach künftig zwei neue Asylbewerberunterkünfte gebaut werden, die Platz für 300 Flüchtlinge bieten müssen. Dies ist eine Folge des neuen Verteilungsschüssels, nach welchem aufgenommene Flüchtlinge dezentral auf den Landkreis verteilt werden müssen. Der Landkreis will hierbei nicht Gebäude mieten, sondern selbst welche bauen. Die LINKE Lörrach begrüßt die Entscheidung des Eigenbaus von Unterkünften. So äußerte sich unser gewählter LINKEN-Stadtrat Matteo Di Prima hierzu: „Das Bauvorhaben städtischer Unterkünfte bedeutet eine langfristige Investition für die Humanität gegenüber Flüchtlingen. Denn Mietverträge können gekündigt werden, städtisches Eigentum dagegen bietet eine langfristige Investition in humanitäre Infrastrukturen“.

Nach der Presse sei inzwischen klar, dass in der Kreisstadt Plätze für etwa 300 Flüchtlinge auf zwei Standorte verteilt werden, also zwei mäßig große Gemeinschaftsunterkünfte entstehen sollen. Für Di Prima sei es vor allem wichtig, dass die Unterkünfte stadtnah gebaut werden müssen. Denn um an der Gesellschaft teilhaben zu können, müsse unbedingt auch die Mobilität der Flüchtlinge garantiert sein. Am einfachsten sei dies garantiert, wenn die Betroffenen kurze Wegstrecken aufwenden müssten. Anderenfalls produziere man Ausgrenzung und eine damit verbundene Ghettoisierung. Bürgermeister Wilke sieht die Stadt in der Pflicht zur Aufnahme von Flüchtlingen. Zugleich postuliert er aber auch „eigenes Interesse“, dass das Vorhaben gelänge. Er begründet dies damit, dass Kommunen mit Gemeinschaftsunterkünften dann nicht mehr verpflichtet seien, für jene Wohnraum zu stellen, die nach im Schnitt 18 Monaten aus den Gemeinschaftsunterkünften ausziehen müssen. Di Prima warnt hierbei, dass die Absicht im Bau von Gemeinschaftsunterkünften nicht opportunistische Zwecken dienen darf. Sinn und Zweck der Unterkünfte soll es schließlich nicht sein, die künftige Aufnahme von Flüchtlingen weitgehend zu vermeiden. Flüchtlinge sollen nicht als Last empfunden werden. Di Prima ist sich sicher: „Wir brauchen in Lörrach eine Willkommenskultur. Ein mehr schlecht als rechter Beweggrund zur Aufnahme von Flüchtlingen produziert lediglich Ressentiments gegen Asylbewerber. Und das können wir in Lörrach nun gar nicht gebrauchen“. Wilke meint, dass es beim Lörracher Wohnungsmarkt ungeheuer schwer sei, die Lage in den Griff zu bekommen. Die Situation beweist nur einmal mehr, dass wir mehr städtischen Wohnraum erschließen müssen, um eben genau solche Missstände zu vermeiden. LINKEN-Stadtrat Di Prima: „Wir haben seit Jahren eine Nachfrageüberhang am Lörracher Wohnungsmarkt. Selbstverständlich müssen Flüchtlinge bevorzugt untergebracht werden – nicht nur aus gesetzlichen, sondern vor allem aus humanitären Gründen. Aufgrund unserer angespannten Situation am Wohnungsmarkt kann aber bei dem ein oder anderen Wohnungssuchenden eine Neiddebatte aufkommen, die es tunlichst zu vermeiden gilt. Wir müssen aufpassen, dass nicht etwa Ressentiments gegen Flüchtlinge geschürt werden. Der einzige Weg dies zu vermeiden wird es sein, schnell zu handeln und endlich den Wohnungsmarkt sozialer zu gestalten, und zwar sowohl für Lörracher BürgerInnen als auch für die Flüchtlinge. Dafür müssen wir mehr Wohnraum erschließen und städtische Wohnungen bauen“.


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