Die Linke nominiert Thomas Grein im Wahlkreis Lörrach-Müllheim

29. Oktober 2012  Presseecho

Bei der kommenden Bundestagswahl tritt Thomas Grein für die Partei Die Linke im Wahlkreis Lörrach-Müllheim an.

LÖRRACH. Mit nur einer Stimme Mehrheit setzte sich der 52-jährige Schildermaler und Siebdrucker Grein bei der Wahlkreiskonferenz der Partei am Freitag gegen den Maschinenschlosser Rainer Wolf durch. Optimistisch prognostiziert Grein für Die Linke bei der Wahl 2013 „Zehn Prozent plus X“.

Die Hartz-Gesetze zu beseitigen ist für Thomas Grein ein ganz großes Ziel. Deutschland sei ein reiches Land, das trotzdem seine Hartz IV Empfänger ausbeute, sagte Grein. Dies wäre auch für Rainer Wolf ein wichtiges Thema gewesen. Denn in der Region würden „diese Leute verhöhnt, wenn in der Zeitung etwas von 30 000 fehlenden Arbeitsplätzen steht, sie selbst aber keinen bekommen“. Ein weiteres wichtiges Anliegen von Thomas Grein ist die Besteuerung großer Vermögen und die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Das Parteiprogramm wird er in vollem Umfang vertreten, sagte er auf die Nachfrage eines Mitglieds. Auf diese Frage widerspricht Gegenkandidat Rainer Wolf mit den Worten des Christdemokraten Norbert Blüms: „Eine Partei, bei der jedes Mitglied das Parteiprogramm in jedem Punkt unterstützt, hätte genau ein Mitglied.“ Im Großen und Ganzen hätte aber auch Wolf zu den Themen Hartz-Gesetze und Altersarmut arbeiten wollen.

Im Restaurant Lasser ist die Zustimmung der Delegierten zu solchen Aussagen deutlich spürbar. Raunen geht durch die Reihen und immer wieder ertönt zustimmendes Klopfen, als über unsägliche Zustände bei der Sozialversorgung und den Krankenkassen diskutiert wird. Was die Zusammenarbeit mit anderen Parteien angeht, steht Thomas Grein grundsätzlich keiner Partei abgeneigt gegenüber, solange diese die Ziele der Linken unterstützt und vorantreibt. Die Linke sei „kein Stimmvieh, das sich billig verheizen lässt“. Beide Kandidaten waren sich einig, dass, egal wer am Ende des Abends gekürt wird, der Wahlkampf unmittelbar danach beginnt und von allen Mitgliedern unterstützt werden müsse.

Dieser Wahlkampf sei laut Gregor Mohlberg vom Linken-Landesvorstand gut vorbereitet. Allerdings hätten sie nicht ebenso viele Mittel wie andere Parteien. Deswegen sei es wichtig, auch im Wahlkreis Lörrach-Müllheim nicht nur auf Plakate und Infostände zu setzen. Wie in den anderen Wahlkreisen soll hier von Tür zu Tür gegangen werden, um die Menschen direkt zu erreichen. Sie sollen dort angesprochen werden, wo Probleme entstehen. Außerdem solle man bei Veranstaltungen präsent sein, die für potentielle Wähler interessant sind. Man müsse die Menschen erreichen, die von den Problemen betroffen sind, welche die Linke lösen will. Außerdem möchte Mohlberg für alle potentiellen Wähler das Bild der Partei loswerden, „die an allem etwas auszusetzen und zu meckern hat“. Auch er betont, die Partei sei grundsätzlich zur Zusammenarbeit mit anderen Parteien bereit.

THOMAS GREIN

Der Darmstädter lebte 20 Jahre lang in Brasilien, wo er als Deutschlehrer arbeitete und nebenher ein Restaurant führte. Zum Ende seines Aufenthalts war er für die Bauleitung eines Stuttgarter Unternehmens zuständig. Vergangenes Jahr kam Grein, 52, zurück nach Deutschland und ist seitdem Mitglied von Die Linke.


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