Als Quereinsteiger will er in Kandern etwas bewegen – Jukka Tolonen stellt sich der Wahl zum Bürgermeister.

29. Oktober 2012  Presseecho

KANDERN (us). „Wenn sich ein Wille mit starken Überzeugungen zusammentut, dann ist nichts unmöglich“, erklärt der 32-jährige Tontechniker Jukka Tolonen selbstbewusst auf die Frage hin, wie er sich als Quereinsteiger ohne Fachwissen in der Verwaltung als Bürgermeister einbringen wollte. Und dass es Tolonen weder am Willen mangelt, in Kandern, in der Stadt, wo er seit seinem dritten Lebensjahr aufgewachsen ist und wo er auch im Fußballverein spielte, Verantwortung übernehmen zu wollen, noch an Überzeugungen, für die er eintritt, das wird im Laufe des Gesprächs rasch deutlich.

„Sozial und gerecht – ein Kandern für alle“, lautet das Motto, das er sich für seinen Wahlkampf gegeben hat. Für Tolonen gehören dazu neue Schulmodelle, wie etwa die Gemeinschaftsschule, die dem Pisa-gekürten finnischen Bildungssystem recht nahe kommt, ebenso wie die Forderungen nach bezahlbaren Wohnungen für alle sowie nach der Stadthalle oder am Ende auch die Einführung einer von den Bürgern selbst getragenen Sozialkasse in Kandern, die helfen könnte, Bedürftige in der Gemeinde zu unterstützen.

Mit nur 50 Cent oder einem Euro, den jeder Kanderner Bürger einzahlt, ließe sich ein Polster schaffen, das soziale Projekte ermöglichen würde. Er selbst, das verspricht er, würde zehn Prozent seines künftigen Einkommens als Kanderner Bürgermeister in diese Kasse einzahlen.

Wichtig ist Jukka Tolonen bei allem, was er anpacken möchte, dass die Bürger selbst sich an den Entscheidungen beteiligen. Wenn es etwa um die Frage der erneuerbaren Energien und speziell um den Bau von Windkraftanlagen geht, sei das für ihn nicht möglich, ohne dass die Bürger direkt befragt werden. Die Möglichkeiten der direkten Demokratie wolle er in jedem Fall stärker nutzen, als das bisher in Kandern üblich war.

Trotz seines Alters verstehe er sich keineswegs nur als Kandidat für jüngere Wähler. Natürlich setze er darauf, dass er auch sie mit seinem Programm erreichen könne und dass seine Bekanntheit in Kandern ihm hier zugutekommt, aber gleichwohl wolle er ein Bürgermeister aller Kanderner Bürger sein, betont er ausdrücklich. Die ersten Reaktionen seit bekannt wurde, dass er sich um das Amt beworben habe, seien durchaus ermutigend. „Eine ganze Reihe Kanderner haben mich darauf angesprochen, mich spontan für meinen Mut gelobt und mir auch ihre Unterstützung zugesichert“, erzählt er.

Unterstützt wird Jukka Tolonen auch von der Partei „Die Linke“ . Ein vier- bis fünfköpfiges Team, zu dem auch Dr. Ernst Dokter und Tom Grein, der sich als Direktkandidat für die Landtagswahl bewerben will, gehören, wird Tolonen beim Verteilen der Flyer, aber auch an den geplanten Infoständen helfen. Ihr gemeinsames Ziel: Mindestens zehn Prozent der Stimmen, das streben sie an.

Jukka Tolonen

Geboren: 14. Juli 1980 in Finnland; hat bis heute die finnische Staatsbürgerschaft. 1983 kam er mit seinen Eltern nach Deutschland, wo er zunächst jeweils ein Jahr in Müllheim und Liel wohnte, bevor er nach Kander umzog. Hier besuchte er die Black Forest Academy.

Konfession: evangelisch

Familienstand: ledig

Beruflicher Werdegang: Studierte Tontechnik zunächst in London, wechselte dann nach Vancouver in Kanada, wo er den Abschluss machte. Derzeit arbeitet er in der Schweiz im Musikgeschäft „musix“ bei Kaiseraugst als Verkäufer. Der leidenschaftliche Musiker spielt Gitarre, Bass und Schlagzeug und singt.

Kommunalpolitisches Engagement: Seit jeher ist er an politischen Fragen interessiert. Vor einem Jahr trat er der Partei „Die Linke“ bei, wo er inzwischen als Beisitzer in den Kreisvorstand gewählt wurde. Beteiligte sich an Infoständen zu Stuttgart 21 und am Ostermarsch in Müllheim.


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